Wo ist die Obamania?

Morgen wird sich Obama von den Deutschen feiern lassen. Doch der Zauber von 2008 ist verflogen. Er ist nunmehr einen gerupfter Vogel im goldenen Käfig des ewigen Schlachtfelds aus Demokraten, Republikanern und dem Rest der Welt. Seitdem bekannt wurde dass er seine Regierung und uns alle ausspioniert,  ist er ein gefallener Held. Wieso es das Ende einer historischen Ära ist, und warum wir uns darüber freuen sollten.

Vor 20.000 politisch gesättigten Berliner rief Barack Obama 2008 vor der Siegessäule ein neues Zeitalter aus. Er kündigte ein Amerika an, für das man sich nicht mehr schämen muss, eine Amerika dass sich von nackten Gefangenen, Guantanamo und und Nahostkriegen distanziert.
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Fünf Jahre später ist das Land gespalten wie nie,  Guantanamo beherbergt immer noch 166 Häftlinge und dir Einmischung im arabischen Raum ist prekärer denn je. Sein Kampf gegen das eigene Parlament ist schwierig, sein Bild der heilbringenden Ein-Mann-Armee längst zwischen den News von CNN und Fox zerbröckelt.

Das Bild des strahlenden Helden, des politischen Hirten funktioniert in unserer Generation nicht mehr. Jeder einzelne kann ein Held werden, aber dann eher so einer wie Edward Snowden. Er teilte der Welt mit, dass Obama seine Landsleute und uns alle im Internet bespitzeln lässt. Dass aber Obama als Ein-Mann-Armee ein riesiges Land retten kann – diese Illusion ist nun endgültig vom Tisch. Es ist der politische Mehrheitsentschluss der zählt. Und daraus sollten auch wir Deutschen im Hinblick auf unsere Europapolitik lernen.

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